Tourismus

Durch die Auswirkungen des Vietnamkrieges und die kommunistische Staatsform war der Tourismus in Vietnam lange Zeit ein unbedeutender Wirtschaftszweig. Mit Vietnam assoziieren die Europäer Armut und Elend. Bis in die späten achtziger Jahre blieben Vietnams Grenzen durch die Regierung verschlossen, sodass Ein- und Ausreise einen hohen Aufwand darstellten. Mittlerweile boomt der Tourismus in Vietnam und stellt einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes dar.

Viele Leute aus benachbarten asiatischen Ländern machen heute Urlaub in Vietnam, was zum Teil auf den so genannten “Ausweich-Effekt” zurückzuführen ist. Da Gewalt und Terroranschläge beispielsweise auf den Philippinen zunehmen, zieht es die Urlauber in ein Land wie Vietnam, das in der Region den Ruf eines friedlichen Landes mit geringer Kriminalitätsrate hat.

Aber auch für europäische Touristen ist Vietnam ein beliebtes Urlaubsziel. Kilometerlange Strände, die Metropolen Hanoi und Saigon oder auch die aus dem James Bond-Film Der Mann mit dem goldenen Colt bekannte Halong Bucht bieten abwechslungsreiche Urlaubsangebote. In kleinen Fischerdörfern wurden in den letzen zehn Jahre internationale Hotels und Resorts errichtet, Restaurants eröffnet, die speziell auf ausländische Touristen ausgerichtet sind und der Aufbau einer touristischen Infrastruktur wurde begonnen. Die nationale Fluggesellschaft Vietnam Airlines bietet zahlreiche Regional- und Auslandsflüge und bietet durch ihr ständiges Wachstum hochwertige Flugzeuge die weltweiten Standards entsprechen. Flüge sind erschwinglich und bewegen sich preislich etwa in dem Bereich einer langen Zugfahrt.

All dies schafft Arbeitsplätze. Mehrere Hunderttausend Menschen sind bereits im Tourismus beschäftigt und mehrere Projekte ermutigen vor allem junge Leute eine Laufbahn in der Tourismusbranche einzuschlagen. Diese bietet gute Ausbildungsmöglichkeiten, durch welche den Menschen in Vietnam ein höherer Lebensstandard geboten werden soll, der in anderen Bereichen in Vietnam kaum zu erreichen ist.

Der Tourismus hinterlässt jedoch auch negative Spuren. Die oben genannten Hotels für die Massen aus dem Westen, die Restaurants in denen Wiener Schnitzel und Pizza die Speisekarte dominieren, trüben das typische Bild Vietnams.

Ein Besuch der Halong-Bucht steht mittlerweile fester Bestandteil der meisten Reiserouten, da über hundert Meter hohe Felsen, die sich aus dem klaren smaragdgrünen Wasser emporheben für jeden Reisenden etwas bieten. Das UNESCO Weltnaturerbe zieht sowohl Rucksack- als auch Badetouristen an. Zum Teil müssen Bereiche der Bucht abgesperrt werden, da die empfindlichen Tropfsteine aus Kalk zu zerbrechen drohen. Diese Regelungen bestehen zum Teil schon seit 1994, denn der Ansturm auf die Bucht war schon vor Vietnams Tourismusboom der späten 90er Jahren sehr groß.

Natur und Kultur zu schützen und gleichzeitig Wachstum in einer der wichtigsten Branchen Vietnams zu fördern, stellt sich für die Behörden als schwieriges Unterfangen dar. Die Herausforderung betrifft sowohl die Menschen als auch die Umwelt des südasiatischen Landes.


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