Kultur

Die vietnamesische Kultur ist etwa 3000 Jahre alt und vergleichbar mit anderen südostasiatischen Kulturen. Sie wurde stark beeinflusst von den Chinesen und den Franzosen, die während der Kolonialzeit viele europäische Elemente in die vietnamesische Kultur einbrachten.

Ein wichtiger Bestandteil der vietnamesischen Kultur ist Religion, wobei der Buddhismus die bedeutendste darstellt. Im zweiten Jahrhundert brachten die Chinesen den buddhistischen Glauben nach Vietnam, wo dieser sich als erste fremde Religion durchsetzen konnte. Im Buddhismus gibt es wiederum Unterteilungen wie beispielsweise den Zen-Buddhismus oder Mahâyâna-Buddhismus. Die zweitwichtigste Religion ist der Katholizismus, zu den sich etwa sieben Prozent der Bevölkerung Vietnams bekennen. Diese Religion kam mit den europäischen Missionaren im 17. Jahrhundert nach Vietnam. Es gibt etwa 6000 katholische Kirchen in Vietnam und seit Ende des 19. Jahrhunderts auch eine kleine Anzahl an protestantischen. Weitere Glaubensrichtungen sind der Cao Dai, der Islam und der Konfuzianismus, welcher ebenfalls durch die Chinesen ins Land gebracht wurde. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Vietnamesen sich zu mehreren Religionen bekennen, weshalb sich die Zahlen derer, die einer bestimmten Religion angehören, schwer zu ermitteln ist.

Fast alle Bewohner Vietnams sprechen Vietnamesisch. Diese Sprache gehört zur Familie der Mon-Khmer-Sprachen. Während der chinesischen Herrschaft war Chinesisch die Amtssprache, und etwa 30 Prozent der heutigen vietnamesischen Sprache stammen aus dem Chinesischen.

Eine bedeutende Kunstform in Vietnam ist das Theater. Auch hier gibt es verschiedene Arten wie zum Beispiel das Wasserpuppentheater. Die seit dem elften Jahrhundert existierende Theaterform gibt es nur in Vietnam, obwohl diverse Ensembles bereits im Ausland aufgetreten sind. Die Stücke stellen meist historische Begebenheiten dar. Es werden neben den Marionetten auch Feuerwerk und die Wasseroberfläche selbst eingesetzt. Letztere kann mal völlig still oder auch wild sein, je nachdem wie die Atmosphäre der Szene ist.

Eine weitere wichtige Theaterform heißt Chèo und ist vergleichbar mit einer Oper. Hier wird auf der Bühne improvisiert, dabei dienen Legenden und historische Ereignisse zu den Inhalten. Oft sollen die aufgeführten Stücke satirisch wirken, weshalb diese Art von Theater während der Kaiserzeit immer wieder zensiert oder verboten wurde. Eine Besonderheit ist die Interaktion des Publikums. Der Zuschauer kann eine Trommel schlagen, wenn ihm die improvisierte Szene nicht gefällt.

In Vietnam werden oft Feste gefeiert, deren Ursprung in China liegt. Das wichtigste Fest ist das chinesische Neujahrsfest, welches in Vietnam Tết heißt. Es dauert eine ganze Woche und wird mit vielen Paraden, Perkussionsinstrumenten und Feuerwerk gefeiert. Während der gesamten Zeit haben alle Geschäfte und Restaurants geschlossen.

Es ist Tradition, dass man das neue Jahr in einem sauberen Haus und mit neuer Kleidung beginnt. Es gibt auch Gerichte, die nur anlässlich des Tết zubereitet werden und für die arme Familien das ganze Jahr über sparen müssen. 

Weitere Feste sind Trang Nguyen, an dem man Gräber putzt und den toten Seelen Speisen und Kleidung anbietet und Trung Thu, an dem Drachentänze aufgeführt werden. Seit kurzem gehört auch Weihnachten zu den allgemeinen Feiertagen in Vietnam. 

Ein weiterer wichtiger kultureller Bestandteil Vietnams ist die Kleidung. Es gibt je nach Anlass gewisse Dress-Codes, die einzuhalten sind. Frauen sind üblicherweise von Kopf bis Fuß bedeckt. Als Nationalkleid tragen sie ein Seidenkleid, welches auf beiden Seiten bis über die Hüfte eingeschnitten ist, darunter eine weiße Seidenhose. An vielen Schulen ist diese Kleidung für Schülerinnen Pflicht. Dieses Kleidungsstück heißtao dai und kann auch von Männern getragen werden. Im Alltag tragen Frauen eine lange Hose und eine Bluse in derselben Farbe.

Kennzeichnend für Vietnam ist der flache, kegelförmige Hut, den die gesamte Bevölkerung trägt. Sie werden aus Palmenblättern hergestellt und sind sowohl licht- als auch wasserundurchlässig.

Die Kleidung auf dem Land unterscheidet sich von der in den Städten deutlich. Es werden oft lange und vor allem dunkle Kleider getragen. In Städten hingegen ist es nicht ungewöhnlich einen Mundschutz zur normalen Kleidung zu tragen, welcher vor Staub und Abgasen schützen soll. Frauen tragen darüber hinaus oft weiße dünne Handschuhe, die bis über die Ellbogen gezogen werden und vor Sonne und Schmutz schützen sollen.

Besonders in der Geschäftswelt legt man in Vietnam viel Wert auf gepflegte Kleidung. Männer sollten lange Hosen mit Bügelfalte tragen, dazu ein langärmliges weißes Hemd und eventuell eine Krawatte. Frauen haben die Wahl zwischen dem ao dai und einem westlichen Outfit.


mehr Fotos finden Sie in der Gallery

ShoppingASEhandelASErhvervIndexDKServiceIndexDK