Geschichte

Die Geschichte Vietnams lässt sich bis vor mehreren hunderttausend Jahren zurückverfolgen, doch die älteste bekannte Kultur ist die 30.000 Jahre alte Dieu-Kultur, deren Artefakte hauptsächlich in der Hoa Binh Provinz gefunden wurden, welche südlich von Hanoi liegt. Mit der Sa-Huynh-Kultur um etwa 1.500 vor Christus entsteht das erste Königreich der Việt, welches ein Großteil von Nordvietnam einnimmt. Die Việt waren vermutlich von den Inseln des heutigen Indonesien angereist.

Im Jahre 208 v. Chr. wird das Königreich angegriffen und besiegt, woraufhin sich der Qín-General Triệu Đà selbst zum König ernennt und somit die Triệu-Dynastie begründet. Etwa hundert Jahre später wird das Land, das zu jener Zeit Nam Việt heißt, als Präfektur unter dem Namen Annam in das chinesische Reich eingegliedert. Zwar kommt es zu zahlreichen Widerständen und vereinzelten Unabhängigkeitsphasen, doch Nam Việt kann kein selbstständiger Staat werden.

Im zweiten Jahrhundert v. Chr. entstehen in Mittel- und Südvietnam die Königreiche Champa und Funa, welche stark von indischen Einflüssen geprägt sind. Zwischen den drei rivalisierenden Königreichen kommt es in Folge immer wieder zu Kriegen.

Ende des 10. Jahrhunderts beginnt die Zeit der Tang-Dynastie. Zuvor war es Annam gelungen sich vom chinesischen Reich zu lösen und bis 968 ist Dinh Bo Linh Staatsoberhaupt. In den folgenden Jahren wird der Staat von mehreren Dynastien beherrscht, bis 1225 die Tran-Dynastie Überhand ergreift. Von 1400 bis 1407 herrscht in Vietnam die Tran-Dynastie, während der es zu einer kurzen chinesischen Herrschaft kommt, die eine komplette Zerstörung des vietnamesischen Literaturerbes zur Folge hat.

Zwischen 1427 und 1789 wird Vietnam von der Le-Dynastie und nach den Prinzipien des Konfuzianismus regiert. Zu dieser Zeit sind bereits viele Europäer im Land, die starken Einfluss ausüben. Missionare bringen neue Religionen und Technologien ins Land und 1771 bricht unter französischer Mithilfe die Tay-Son-Rebellion aus, in deren Folge Gia Long Kaiser wird und das Land erstmals den Namen Viet Nam trägt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erkämpft sich Frankreich immer mehr Gebiete Vietnams. Ab 1883 steht Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft, unter der viele Vietnamesen an Armut leiden. Vietnamesische Studenten lernen in Europa Staatsformen wie zum Beispiel den Kommunismus kennen, woraufhin Ho Chi Minh 1929 die bestehenden kommunistischen Parteien zu einer zusammenschließt.

Während der Besetzung Frankreichs ist Vietnam isoliert, sodass Japan im Juli 1941 die Kolonie Indochina unter seine Kontrolle bringen kann und bis zum Ende des 2. Weltkriegs verwaltet. Da dies jedoch in Zusammenarbeit mit den Franzosen geschieht, wird Vietnams Bevölkerung von zwei Staaten ausgebeutet, was 1945 zu einer Hungersnot führt, die etwa zwei Millionen Menschenleben kostet.

Unter dem Nahmen Viet Minh beginnt nach 1941 eine Unabhängigkeitsbewegung mit mehr als 40 beteiligten Widerstandsgruppen und unter Mithilfe der USA. Die Japaner, die zuvor die französische Herrschaft gestürzt hatten, werden von den Amerikanern und den Viet Minh am 2. September 1945 besiegt und die Demokratische Republik Vietnam entsteht. Obwohl Vietnam nach der Potsdamer Konferenz offiziell den Briten zugesprochen war, errichten die Franzosen am 23. September 1945 ihre Kolonie neu. 1946 folgt der Indochinakrieg, den die Vietn Minh acht Jahre später für sich entscheiden können. Vietnam wird infolge dessen aufgeteilt in die nördliche Demokratische Republik Vietnam und die südliche Republik Vietnam.

Es herrscht weiterhin Korruption in Südvietnam, sodass die USA beschließen ihre Unterstützung zu erweitern. Nach Zwischenfällen am Golf von Tonkin beginnt 1964 der Vietnamkrieg. Obwohl die USA Nordvietnam weit überlegen sind, eskaliert der Krieg 1968. Die Befreiungsbewegung NLF (von den Amerikanern Viet Cong genannt) schafft es, Teile Saigons, der Hauptstadt Südvietnams einzunehmen. Die Amerikaner realisieren, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist und so wird 1969 der Beschluss gefasst, die Truppen nach und nach abzuziehen. Obwohl die Kriegsbeteiligung der USA aufhört gehen die Waffenlieferungen an Südvietnam weiter, doch Nordvietnam nimmt immer mehr Teile ein, sodass Südvietnam am 31. April 1975 kapituliert und so den Vietnamkrieg beendet. Am 2. Juli 1976 wird aus Nord- und Südvietnam die Sozialistische Republik Vietnam.


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