Da Nang 2011

Bericht Einsatz Da Nang 25.3.2011 bis 10.4.2011 

Der Einsatz wurde durch die großzügige Unterstützung der gemeinnützigen Stiftung D. und H. Urban ermöglicht. 

Am 25.3. Treffen der Teilnehmer am Flughafen Frankfurt:

Dr. Christoph Isselstein, Peter Helmut Keimer, Dr. Johanna Koslowski, Le Thi Bach Mai, Dr. Anke Lötte, Pham Thi Phuong Chi, Prof. Dr. Dr. Jürgen Reuther, Susanne Schaper, Dr. Dr. Helmut Sieber, Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer, Dr. Ta van Hop, Dr. Dr. Thomas Teltzrow, Ulrike Thurner.

Dankenswerterweise konnte Anke Lötte kurzfristig ihren Urlaub absagen, um für den erkrankten Burkard Steege einzuspringen. 

Die Reise verlief bis auf eine Verspätung in Hanoi für den Weiterflug nach Da Nang komplikationslos, vor allem konnte das Problem mit unserem Übergepäck unbürokratisch gelöst werden. Neben den typischen Industriespenden, die leider immer spärlicher werden, war das Gewicht von drei Großspenden (Op-Mikroskop von Christian Sartorius, eine Überwachungseinheit-Monitor, Pulsoxymeter und Ulmer Koffer- aus Chemnitz und ein Inhalationsgerät von Ta van Hop) zu verkraften. Mit unserem persönlichen Gepäck zusammen über 600 kg. In Hanoi kam noch unser gesamtes Instrumentarium dazu, das bei der Firma Dzung gelagert war.

In Da Nang wurden wir von Direktor Cuc und seiner Mannschaft sowie vom ehemaligen Direktor des Hospital C Dr. Pham mit seiner Familie sehr herzlich am Flughafen empfangen. Direkt von dort ging es in die Klinik, wo bereits die ersten 28 Patienten und ein Fernsehteam auf uns warteten. Nach Einladung zum Abendessen durch die Klinik kam endlich das langersehnte Bett.

Am Sonntag Einrichten des Op´s und ein erster Ausflug nach Hoi An, der mit einer Einladung durch Dr. Pham endete. 

Am Montag pünktlich acht Uhr Beginn unserer Arbeit mit den üblichen Anfangsproblemen. Die Narkosegeräte waren nur bedingt einsatzfähig. Mit dem nötigen Improvisationsgeist konnten die Probleme jedoch überbrückt werden, und der Tag verlief ohne Komplikationen. Mit der Klinikleitung wurden die Vertragsprobleme diskutiert und gelöst. Am Abend wurden weitere 45 Patienten untersucht. 

Dienstag fand dann die feierliche Unterzeichnung des Vertrages mit Fernsehübertragung statt, was dazu führte, dass am gleichen Abend nochmals 25 Patienten zur Untersuchung anstanden. Der OP-Ablauf hatte sich bereits eingespielt und das Programm war gegen fünf Uhr beendet. 

Das OP-Programm der ersten Woche (einschließlich Samstag) war mit 34 Op´s erfolgreich. Ein Teil der Operationen konnte durch unsere vietnamesischen Kollegen Dr. Long und Dr. Ky unter unserer Assistenz durchgeführt werden, womit der erste Schritt für einen nachhaltigen Erfolg des Zentrums gelegt wurde. Christoph Isselstein konnte Dr. Tho und Dr. Thang die hals-nasen-ohrenärztliche Betreuung der Spaltkinder demonstrieren und die ersten mikroskopischen Versorgungen wurden von den vietnamesischen Kollegen durchgeführt. 

Die kieferorthopädische Versorgung von 22 Spaltkindern mit herausnehmbaren Geräten wurde von Angelika Stellzig-Eisenhauer zusammen mit Pham Chi eingeleitet. Die Weiterbehandlung wird von Dr. Long und Dr. Ha übernommen. 

Die Dokumentation wurde für diesen Einsatz von Angelika Stellzig-Eisenhauer und Pham Chi begonnen. Für die papierlose Dokumentation von Krankenblatt, präoperativer Untersuchung, des Operationsberichtes und des postoperativen Verlaufs wurden Masken entwickelt. Daneben wurden Aufklärungsbögen für die postoperative Nachsorge erstellt. 

Am 1. 4. 2011 fand ein Treffen mit dem ersten Stellvertreter der Ministerin des Ministeriums für Arbeit, Invaliden und Soziales (MOLISA) Herrn Nguyen Thanh Hoa und der Leiterin des Büros für internationale Zusammenarbeit des MOLISA Frau Tran Thi Trung Dung in Da Nang statt. Von Seiten des Ministeriums wurde nochmals unsere Initiative zur Gründung eines Spaltzentrums am Da Nang Orthopedics and Rehabilitation Hospital sehr begrüßt. Dabei erhielten wir die Zusage, dass das Ministerium in die Personalausstattung sowie in die technische Ausrüstung der Klinik investieren wird. Für 2012 wurde die offizielle Einrichtung des Zentrums durch das Ministerium und unsere Botschaft vereinbart. Eine Einladung an Frau Dorothea Urban und an den Präsidenten von Deviemed zum Treffen in Hanoi wurde bereits ausgesprochen. Daneben wurde die Kooperation von Dr. Long, Dr. Ha, Dr. Tho und Frau Binh mit dem Hospital genehmigt. 

In der zweiten Woche wurden nochmals 35 Kinder ( insgesamt 133) untersucht. Daneben konnten erstmals 20 Kinder, die in der ersten Woche operiert wurden und zwischenzeitlich nach Hause entlassen waren, nachuntersucht werden. Damit wurde ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit getan, da dies den Eltern und der Klinik vermittelte, dass mit der Operation die Behandlung nicht abgeschlossen ist und wir uns auch weiterhin um die Kinder kümmern. Das Op-Programm wurde mit 24 Operationen in der gleichen Weise wie in der ersten Woche weitergeführt, wobei wieder die Weiterbildung der vietnamesischen Kollegen im Vordergrund stand. 

Am 5.4.2011 konnten wir unser Büro beziehen. Noch am gleichen Tag haben wir die Computerausrüstung und die Büroausstattung bestellt. Wir haben ein Laptop von Sony und ein Desktop von HP mit Monitor, Drucker, Durchlichtscanner und einer externen Festplatte angeschafft. Für die Betreuung des Systems und die Fotoaufnahmen konnte die Sekretärin von Direktor Cuc gewonnen werden. Sie erhielt auch die Fotoausrüstung aus unserem Bestand.

Unsere gesamte Ausstattung (u.a. Instrumentarium, Nahtmaterial, Op-Mikroskop, HNO-Instrumentarium, Anästhesieausrüstung mit Überwachungseinrichtung für den Aufwachraum) wurde in drei Stahlschränken sorgfältig eingelagert und inventarisiert. Die Listen können von den nachfolgenden Gruppen über das Internet abgerufen werden.

Bei der Abschlussbesprechung mit der Klinik am 8.4.2011 haben wir die vom Ministerium vorgegebene Kostenrechnung von 3 002 000 Dong (ca. 100.-€) pro Op-Fall diskutiert und letztmalig für die 58 Kinder vollständig übernommen. Es wurde vereinbart bzw. im Vertrag festgeschrieben, dass diese Kosten schrittweise von der Klinik bzw. vom Ministerium übernommen werden. Beim nächsten Einsatz sollte deshalb von diesem Betrag nicht mehr als maximal 75% von uns getragen werden. 

Die Klinik hat uns zugesagt, die beiden Narkosegeräte bis zu unserem nächsten Einsatz vollständig zu überholen und die Überwachungsmonitore Instand zu setzen. Für den nächsten Einsatz wird uns eine eigene Station mit Untersuchungsraum und eigenem Personal zugewiesen.

Mit Dr. Long wurde der vorbereitete Vertrag abgeschlossen. Er wird in Zusammenarbeit mit der Klinik die Patienten für den nächsten Einsatz aussuchen und vorbereiten. Dabei ist vorgesehen, dass er zwischenzeitlich selbständig Kinder operiert, deren Versorgung er vertreten kann. Daneben wird er regelmäßig, soweit dies logistisch möglich ist, die operierten Kinder nachsorgen. 

Am Donnerstag haben wir eine Abschlussfeier mit der Klinik organisiert und Freitag waren wir nochmals von der Klinik und Dr. Pham und seiner Familie eingeladen.

Die weitere Verbesserung der Infrastruktur durch Deviemed wird teilweise vor Ort, teilweise über Deutschland erfolgen. Es ist zunächst vorgesehen, ein zusätzliches Narkosegerät zu beschaffen und die Pflege der Instrumente mit einem Ultraschallbad sowie einem neuen Dampfsterilisator zu verbessern.

Nach der Abschlussvisite am Samstagvormittag wurde der Rest des Tages vor allem mit Shoppen verbracht. Am Nachmittag wurden wir von der Klinik und der Familie von Dr. Pham am Flughafen herzlich verabschiedet und traten unsere etwas komplizierte Heimreise an. Das von uns erhoffte Durchchecken nach Frankfurt war in Da Nang nicht möglich und wir mussten in Hanoi erneut zwei Stunden in der Warteschlange verbringen. Entsprechend übermüdet kamen wir dann am Sonntagmorgen in Frankfurt an.

Insgesamt kann man den Erfolg unseres Einsatzes sehr positiv bewerten, da es uns gelungen ist einen ersten Schritt für die nachhaltige Behandlung der vom Schicksal schwer betroffenen Kinder zu tun und auch (scheinbar oder anscheinend) die Einsicht hierfür bei unseren vietnamesischen Partnern zu erreichen.

Für dieses Jahr ist ein weiterer Einsatz im Herbst in Vorbereitung.

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