2015/09 Da Nang

Der Einsatz vom September 2015

   

Dr.Ta Le Van Hop (Pädiater, Übersetzer, Organisator vor Ort)

Dr Sunil Jagoda (Anästhesist)

Dr. Tina Meister (Anästhesistin)

Sr. Kerstin Horstmeier (Anästhesie Schwester)

Sr. Anja Hanschke (Anästhesie Schwester)

PD Dr. Dr. Martin Scheer (MKG-Chirurg)

Dr.Dr. Helmut Sieber (MKG- Chirurg)

Dr. Cristian Räder (MKG-Chirurg)

 

Nach Ankunft am 12.09. in Da Nang, mit vorheriger Zwischenlandung in Hanoi, begab sich die Gruppe direkt in die Klinik, wo schon die ersten kleinen Patienten zur Voruntersuchung  in Begleitung  ihrer Familien warteten.

Eine Hälfte des Teams bereitete das Materiallager vor und bestückte den Operationsaal, der wie immer mit 2 OP -Tischen und zwei Narkosegeräten bestückt war. Das von DEVIEMED gesponserte moderne Dräger–Narkosegerät wurde kurz zuvor von der Firma gecheckt und war einwandfrei.

Die Patienten waren durch eine sorgfältige Vorauswahl und Vorbereitung durch die Klinik nahezu alle operationsfähig und konnten somit für die kommende Woche in den Operationsplan aufgenommen werden. Aus Erfahrungen bei bisherigen Einsätzen wurde der erste OP Tag mit älteren Patienten geplant, um mögliche Gefährdungen durch unvorhersehbare Komplikationen auf ein Minimum zu reduzieren.

So konnten in der ersten Woche 34 Patienten, vornehmlich Säuglinge und Kleinkinder, operiert werden.  Patienten, die aus den entfernteren Regionen anreisten, erhielten einen frühen OP Termin, um die Heilungsphase bis zum Ausschluss von Komplikationen beobachten zu können.

In der zweiten Woche wurden dann die verbliebenen 30 der insgesamt 64 Patienten versorgt. Lediglich 3 dieser Patienten erhielten keine spaltbedingte Operation. Dabei handelte es sich um 2 Gesichtshauttumore und eine Korrekturoperation nach fehlerhaft durchgeführter Kieferbruchversorgung mit daraus resultierender einseitiger Gesichtslähmung.

Insgesamt verliefen alle Operationen ohne Komplikationen. Lediglich eine Nachblutung nach Gaumenspaltoperation konnte noch vor Verlegung des Kindes auf die Normalstation unproblematisch gestillt werden.

Die einheimische OP Assistenz war überaus engagiert und mittlerweile auch sehr routiniert, so dass es wirklich Freude bereitete, mit deren Unterstützung selbst schwierige Operationen zu einem glücklichen Ende bringen zu können. Durch das reduzierte Team mussten alle eng zusammen rücken. Alle haben geschaut, wo Not am Mann/Frau ist und niemand hat sich gescheut auch fachfremd Hand anzulegen.

Das Wetter war ,wie derzeit ubiquitär, atypisch. Wir erwarteten, wie es eigentlich sein sollte, Regen,Regen, Regen. Dieser, von heftigsten Stürmen begleitet, bestätigte unsere Erwartungen dann am Montag. Die Schulen wurden ab 10 Uhr geschlossen, entwurzelte Bäume lagen quer über den Straßen und der Verkehr war zum Erliegen gekommen. Danach dann nur noch Sonne, Schwüle bei bis zu 35 Grad und bei Gott sei Dank halbwegs funktionierender Klimaanlage in den OPs. Das Unwetter am Montag zwang uns wegen Wassereinbruchs und drohendem Stromschlags unseren angestammten OP in einen anderen Raum zu evakuieren.

Die einheimischen Kollegen, der Vizedirektor Ky, ein plastischer Chirurg, und ein neu eingestellter junger Arzt in der Weiterbildung zum Arzt für Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie waren die gesamte Zeit an unserer Seite. Dr. Long, der einheimische Vertreter von DEVIEMED vor Ort, führte nahezu alle Operationen. die für seinen Tisch geplant waren, selbstständig durch. Die hals- nasen –ohrenärztlichen Belange wurden von unserem vietnamesischen Kollegen Dr. Tho bedient, der uns wie immer bei den Einsätzen äußerst engagiert unterstützte.

Unsere Kostenbeteiligung belief sich auf 69 Euro pro Patient, da wir uns vornehmlich um Kinder aus den armen Bergregionen gekümmert haben, die noch keine Krankenversicherung haben. Es bleibt zu hoffen, dass auch diese zum Großteil aus Minderheiten bestehende Bevölkerung bald an ein Sozialsystem angeschlossen wird. Dies kann dann die Kosten weiter senken.

Der neue Direktor der Klinik bat uns um weitere Unterstützung bei der Versorgung von Spaltpatienten, die hauptsächlich aus den armen Bergregionen von Mitarbeitern der Klinik ausgewählt werden. Nach wie vor will die Klinik ihr Operationsportfolio im Bereich der orthopädischen und der plastischen Chirurgie ausbauen. Dies soll durch den Vize Direktor Ky umgesetzt werden. Hospitationsmöglichkeiten für ihn werden für das kommende Jahr an deutschen Fachkliniken bereit gestellt. Der neu angestellte junge Mund- Kiefer- Gesichtschirurg erhält in der MKG- Chirurgie der Uni Leipzig bei Professor Hemprich die Möglichkeit, über die von DEVIEMED versorgten Spaltpatienten zu promovieren.

Herr Cuc, der ehemalige Direktor der Klinik ,leitet ein Projekt zum Aufbau einer Rehklinik in Laos und bat uns um Unterstützung hierfür.

Nach Abschluss unseres OP Programms, Aufräumen und Inventur der noch vorhandenen Medikamente und Materialien, war unsere Gruppe Gast in der neu gegründeten medizinischen Fakultät der Universität Da Nang. Martin Scheer hielt eine Vorlesung vor über 50 Studenten und wurde im Anschluss mit nicht enden wollenden Fragen strapaziert.  Danach wurde mit der Fakultätsleitung ein zukünftiges Curriculum diskutiert. Das Interesse an einer tatkräftigen Unterstützung der Lehre durch DEVIEMED war auch diesmal deutlich erkennbar. Hier gibt es noch viel zu tun!

Am 25. 09. ging es dann wieder Richtung Heimat, zunächst mit einem Tagesaufenthalt in Hanoi. Dort erhielten wir die Zusicherung unseres lieben Fachkollegen Prof. Son, auch zukünftig, wie schon mehrfach in der Vergangenheit, die Arbeit von DEVIEMED mit Rat und Tat zu unterstützen.

Am 27. 09. landeten wir um 05:45 etwas übermüdet, aber gesund und zufrieden in Frankfurt, von wo aus dann nach unterschiedlich langen  Bahnfahrten dieser ereignisreiche Einsatz definitiv zu Ende ging.

 
  
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