Einsatzbericht - 09/2013

ABREISE 31. 8. 2013 von Frankfurt / ANKUNFT 15. 9. 2013 in Frankfurt

8 Teilnehmer der Gruppe:

PD. Dr. Werner Engelke (MKG-Chirurg)

Dr. Dr. Helmut Sieber (MKG-Chirurg) ( nur die erste Woche)

Dr Sunil Jagoda (Anästhesist)

Dr. Dr. Branko Siminovic (MKG-Chirurg)

Dr. Tina Meister (Anästhesistin)

Sr. Kerstin Horstmeier (Anästhesie Schwester)

Sr. Anja Hanschke (Anästhesie Schwester)

Dr. Vanilla Nguyen (Dolmetscherin, Kassenwart und Plastische Chirurgin)

Am 31. August 2013 trafen wir uns von allen Richtungen (Minden, Regensburg, Berlin, Duisburg) in Frankfurt am Flughafen. Dieses Jahr durften wir vor dem Abflugtag im Ungewissen bleiben, vor allem Vanilla. Sie hatte bis zum letzten Tag vor dem Abflug, da sie von der vietnamesischen Botschaft in Frankfurt die Rücksendung der Pässe mit den Visa enthalten, erst am allerletzten Tag vor dem Abflug per Post in die Klinik erhalten hatte.

Alle Teilnehmer hatten ihr Gepäck nach interner Absprache dabei und bei guter Laune ging es in den Flieger. Zu unserer grossen Überraschung begleitete der Flugbegleiter uns in die erste Klasse. Wir konnten in breiten Sitzen Platz nehmen und wurden köstlich bewirtet. Nach einem Zwischenhalt in Saigon ging es dieses Jahr nahtlos weiter, da Vanilla bereits vorweg mit der Klinik und vietnamesischen Zollamt über den medizinischen Inhalt unserer Gepäck informiert hatte. In Da Nang am 1.September wurden wir am Flughafen von dem Klinikdirektor Hrn. Cuc und seinem Stellvertreter, Dr. Ky sehr herzlich empfangen. Wir mitsamt unserem Equipment wurden dann zum Hotel D&C gefahren. Hier konnte sich jeder in seinem Zimmer eine frische Dusche nehmen, um kurz danach unser Equipment in die Klinik zum Einräumen zu bringen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Jahr war der erste Montag der 2. September, der ein nationaler Feiertag in Vietnam ist, konnten wir nicht wie gewohnt mit den Operationen beginnen. Den Tag nutzten wir zur Sichtung der Kinder und zur Vorbereitung des Operationsaals.

Wir teilten uns in 2 Gruppen an diesem Vorbereitungstag. Eine Gruppe für die Vorbereitung der chirurgischen und anästhesiologischen Instrumenten und Materialien, die anderen widmeten sich der Untersuchung und Sichtung der Kinder für die Erstellung der OP-Indikationen und der OP-programme. An dem ersten Tag erschienen zunächst insgesamt 40 Kinder bzw. Patienten, wobei einige zu einem wegen Infekten zunächst nicht auf die OPListe aufgenommen werden konnten. Auffallend gab es bei diesem Einsatz einige Kinder/Patienten mit ausgeprägten KiefergelenksAnkylosen. Die weiteren Untersuchungen von den neu angemeldeten Kinder bzw. Patienten erfolgten dann nahezu täglich nach unseren Operationstagen. Insgesamt haben wir ca. 80 Kinder / Patienten untersucht.

Das Spektrum der Kinder und der Operationen entsprach dem der vorherigen Jahre, wobei 3 Kinder mit Kiefergelenksankylosen dabei waren. Wir hatten diesmal keine Spezialsäge dabei, bei einem Kind ohne Bronchoskop war eine Narkosetechnik nicht möglich, sodass wir diese Operationen auf nächstes Jahr verschieben mussten.

Eine Patientin sei noch erwähnt mit einem riesigen Parotis-tumor an der rechten Wange. Erst hiess es der Tumor sei benigne, der klinische Eindruck zeigte klare maligne Parameter, die histologische Untersuchung bestätigte die maligne Diagnose, sodass Helmut bei der Patientin die Tumorersektion plante und die Neck dissektion in der ersten Woche durchgeführt hat, in der er noch bei uns in der Gruppe dabei war.

Bei unserem Operationsablauf begannen wir die Operationen, dieses Jahr ab dem ersten Dienstag, wie gewohnt an 2 OP-Tischen, in der Regel 8 bis 9 Kinder pro TaAm Donnerstag vor dem Abflugtag von Helmut erfolgte die Operation durch ihn, mit Unterstützung von Dr. Long, Dr. Ky und einen HNO Kollegen aus einem anderen Krankenhaus. Die Operation konnte erfolgreich beendet werden. Am zweiten Tisch wurde das Tagesprogramm vollständig durchgezogen u. a. auch bei einer jungen Frau mit einer Unterkieferauftreibung und dem Verdacht auf einen Morbus Jaffe Lichtenstein, die sich nach histologischer Aufbereitung bestätigte. Hierbei musste der Kiefer partiell reseziert werden, die Diagnose hatte sich histologisch bestätigt. Am Freitag der ersten Woche haben wir Helmut nach dem Tagesprogramm für seinen Rückflug verabschiedet.

Am Wochenende konnten wir uns erholen. Die Mehrheit der Gruppe nahm sich Zeit und verbrachte tagsüber am Strand. Sunil, Long, der HNO-Arzt, der bei der TumorOperation mit dabei war, sind am Samstag in das Dorf der Tumorpatientin gefahren und kamen sehr beeindruckt (von der Situation dieser sehr armen Leute) zurück. Am Sonntag ist ein Teil der Gruppe noch nach Hue gefahren und bei herrlichem Landregen in Da Nang zurückgekommen.

In der zweiten Woche führten wir unser Operationsprogram durch wie geplant, parallel dazu mit der Untersuchung der neuen Patienten. Nachdem Vanilla für den reibungslosen Operationsverlauf der Spaltenkinder gesorgt hatte, konnte sie sich nun um die plastisch-rekonstruktive Indikationen zur Tumorchirurgie im Gesichtsbereich und zur plastischen Defektdeckung bei Dekubituschirurgie am gesäss sowie handchirurgische Operationen widmen. Ausser des Deviemedprogramms operierte sie mit Dr. Ky im OP-Saal nebenan die handchirurgischen Eingriffe und rekonstruktiven Eingriffe mit Bicepsfemorislappenplastik zur Defektdeckung bei einem querschnittgelähmten Patienten mit einem großen Dekubitus-Defekt auf dem Ischio-sacral.

Am Mittwoch der zweiten Woche hatten wir abends das Programm beendet. Hier wurden wir überraschend von mehreren Eltern der operierten Kindern abgefangen. Sie haben uns ein rührendes Geschenk mit einem Bild der Stickmalerei überreicht und einen herzlichen Dank an das Ärzteteam von DEVIEMED ausgesprochen. Sie wollen auf unser Wiederkommen in nächstem Jahr unbedingt warten, vor allem die Familien der Kinder die als nächsten Schritt des Gaumenverschluss noch ansteht.

Für jeden von unserem Team war der Augenblick so rührend, dass wir mit den Eltern und Kindergruppe gemeinsam mehrere Photos machten, während das Geschrei der operierten Kinder getragen in ihren Händen.

Am Donnerstag haben wir alle operierten Patienten noch einmal zusammen visitiert. Hier ergab sich ein guter Ablauf in einem Extrazimmer reserviert für Untersuchung. Alle Patienten waren wohlauf. Es fanden sich keine Komplikationen in dem postoperativen Heilungsverlauf. Nachmittag hat sich unser Team der Iventur unserer Lager und den Instumentenkisten gewidmet. Hier wurden die Schränke im Deviemedbüro von der Anästhesiegruppe durchgeforstet und katalogisiert. Die 3 Chirurgen packten die Siebe im OP-Aufenthaltsraum aus, zählten und checkten die

Instrumente und ordneten die Siebe durch. Es hatte sich gezeigt, dass eine heillose Unordnung bezüglich der Instrumenten sich eingeschlichen hatte. Dies soll jetzt anders werden. Wir waren durchweg der Meinung, dass Long als Vertreter von Deviemed vor Ort hier mehr Aktivitäten zeigen muss, es gibt viel teures Material und Instrumente, die auch Pflege und Ordnung brauchen. Insgesamt, trotz eines Feiertags in der ersten Woche, haben wir erfolgreich 49 Patienten gemäss des DEVIEMED-Programms und 2 weitere Patienten für die Klinik ausserhalb des DEVIEMED-Programms operativ behandelt.  

15 Lippenspaltverschluss (davon 2 doppelseitig)

14 Gaumenspaltverschluss

11 Restlochverschluss 1 Sanvanello Rosselli

1 Golden Haar Syndrom

3 Hämangion

2 Verbrennungen

1 Osteofibrose Dysplasie

1 Police flexus congenitus, 1 Biceps-Femoris Lappenplastik, 1 Handgelenkganglion

Zu Erwähnen ist von dem Gespräch mit dem Klinikdirektor: die Klinik hat seit dem Vertragsbeginn mit DEVIEMED bisher selbst alle Patienten zur Vorstellung ausgesucht. Nach den vielen Jahren hat es sich gezeigt, dass in der Gruppe der Kieferchirurgen Dr. Ky sehr engagiert ist. Er steht mit uns bei allen Eingriffen im Operationssaal, ermöglicht uns alle unsere fachlichen Forderungen, und zuletzt hat er selbst im Namen der Klinik alle Patienten vorweg gesichtet . Der Klinikdirektor erwähnte seinen Wunsch an DEVIEMED über die Fortbildung ärztlicher Mitarbeiter seiner Klinik in Deutschland und die Erweiterung der Fortbildungen in Vietnam. Werner werde sich mit der Kiefergelenksfirma nach der Möglichkeit einer Gestaltung von einem Fortbildungsmöglichkeit für die operative Behandlung von Kiefergelenkprothesen in Da Nang nachfragen.

Vanilla Nguyen & Werner Engelke

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